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Maßnahmen

Dorferneuerung Erlingshofen/Schafhausen

AK 2: Dorfgemeinschaft, Kultur, Geschichte, Sozial

„Heimat bewahren und gestalten, das Erbe der Väter erhalten“ (Leitspruch auf der Heimatvereinsfahne)
„Innovation in der Tradition“
Das Arbeiten in der Arbeitsgruppe 2 ist maßgeblich durch diese beiden Aussagen geprägt. Unser Ziel ist es altes Wissen, das Brauchtum, die Geschichte und Traditionen zu erhalten, und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Wir möchten Werte erkennen und weitergeben, Althergebrachtes beibehalten und ggf. mit Bedacht überarbeiten. Erlingshofen soll bereit und modern sein für das 21. Jahrhundert, aber sich seiner Wurzeln bewusst sein.


A) Dorfgemeinschaft

1. Dorfstadel

„Der in der Dorfmitte stehende Fachwerkstadl gehörte ursprünglich zu dem landwirtschaftlichen Anwesen Michael Miehling, welcher 1963 aussiedelte. Das Gebäude ging in den Besitz der Raiffeisenbank Kipfenberg über und diente lange Zeit als Lagerhaus. 1987 wurde es an die Gemeinde Kinding verkauft, die es dem Heimatverein zur Nutzung überließ. Der erwähnte Aus- und Umbau begann im Jahr 1989, wurde hauptsächlich mit Eigenleistung der Vereinsmitglieder erbracht und am 22.06.1994 mit einer Einweihungsfeier abgeschlossen.“

Dieses Zitat aus der Festschrift „Erlingshofen – 25 Jahre Heimatverein Rundeck“ schildert den Werdegang des „Dorfstadels“, der in den Jahren 2000/2001 um einen Feuerwehr- und Jugendraum erweitert wurde.

Im Laufe der nunmehr 17-jährigen Nutzung dieses Gemeinschaftsgebäudes stellen sich einige Mängel heraus, die eine bauliche Sanierung erfordern: Eine Dachschalung ist nicht vorhanden, eine Wärmedämmung ist erforderlich.Die Nutzung der Stadel-Tenne im Winter und in der Übergangszeit ist fast nicht möglich, da eine Heizmöglichkeit fehlt.Im Gemeinschaftsraum im 1. Stock steht in der Raummitte ein Kachelofen, dessen Standort nach jetziger Auffassung nicht optimal ist. Im Gebälk ist der „Holzwurm“ drin.Der Raum im Dachgeschoß, in dem eine Sammlung untergebracht ist („Museum“) müsste erweitert werden, um so eine übersichtlichere Ordnung herzustellen und auch eine Unterbringungsmöglichkeit für Archiv-Material zu schaffen.
Der Dorfplatz, der zusammen mit dem Spielplatz den Dorfstadel umgibt, ist in seiner Funktionalität als „Veranstaltungsraum“ zu erhalten.


2. Treffpunkte

Markante Verweilpunkte in Dorf und Natur stellen beliebte Treffpunkte dar, die das Dorfleben bereichern:Sitzbänke und Sitzgarnituren im Ortsbereich und, evtl. an einem Rundweg angeordnet, am Ortsrand sollten aufgestellt werden.Eine Bademöglichkeit in der Anlauter sollte geschaffen werden, um so das Element Wasser auch örtlich in die Freizeitgestaltung und Gesundheitsförderung einbeziehen zu können.

Dem gleichen Zweck würde eine Wassertretanlage dienen.
Die Burgruine „Rundeck“ ist ein geschichtliches Wahrzeichen Erlingshofens. Um die Verbundenheit mit der Geschichte darzustellen, wäre es wünschenswert, die Burgruine besser in das Dorfleben einzubeziehen. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Staatsforstverwaltung, die der Ruine keine große Bedeutung beimisst und sie dem weiteren Verfall preisgibt. Durch geeignete Maßnahmen sollte zumindest der weitere Verfall verhindert, die noch bestehenden Reste erhalten und die Burg insgesamt besser sichtbar gemacht werden. Die Nutzung der Ruine soll ermöglicht werden. Aktivitäten auf der Burg würden das Geschichtsbewusstsein stärken. Eine bessere Beschilderung von Erlingshofen aus sollte Touristen auf das Vorhandensein der Burgruine hinweisen.


3. Kirche

Das kirchliche Leben ist ein wichtiger Aspekt des Dorflebens, so das Leitbild der Dorferneuerung. Die kirchlichen Veranstaltungen nehmen einen wichtigen Platz im Jahreslauf des Dorfgeschehens ein. Manche kirchlichen Feste und Gedenktage geraten aber zunehmend in Vergessenheit, auch deshalb, weil die Hintergründe nicht mehr bekannt sind.

Das Patrozinium „Mariä Heimsuchung“ z.B. geht in den sommerlichen Festen unter. Durch eine Verbindung mit dem Sommerfest des Heimatvereins könnte diesem Fest wieder mehr Gewicht verliehen werden.

Eine Wiederbelebung der Wallfahrt zur Marienkirche nach Erlingshofen, wie sie in früheren Jahren üblich war, erfordert, dass die Gründe dieser Wallfahrt erforscht werden.


4. Vereine/Gruppen

In Erlingshofen sind neben den zwei örtlichen Vereinen Heimatverein und Feuerwehr auch einige überörtliche Vereine und Verbände vertreten. Zur besseren Koordination wäre eine jährliche „Vorständeversammlung“ erforderlich, in der die Vereinsvorstände, die kirchlichen Vertreter, die örtlichen Vertreter der überörtlichen Vereine und Verbände und die Gastwirte die Termine des Jahres und auch sonstige örtliche Angelegenheiten besprechen.


B) Kultur

1. Kirche

Neben den bestehenden Vereinen ist die Kirche ein wichtiger Kulturträger. Dem Pfarrer und den kirchlichen Gremien soll es ein Anliegen sein, aktive Jugendarbeit einzuführen bzw. bestehende Angebote auszuweiten.Rund um Erlingshofen gibt es einige Wegkreuze und Marterl aber keine Kapelle. Die Errichtung einer Kapelle soll angestrebt werden.


2. Vereine/Gruppen

Viele Kinder und Jugendliche erlernen und erlernten in den Musikschulen Titting oder Kipfenberg bzw. an den Grundschulen und weiterführenden Schulen ein Musikinstrument.
Es ist wünschenswert, dass das aktive musizieren gefördert wird. Durch die Gründung eines entsprechenden Musikensembles können sich Interessierte mit ihren verschiedenen Instrumenten zusammenfinden und gemeinsam musizieren. Dadurch wird das eigene Können gefördert und das Dorfleben durch die musikalische Gestaltung von Veranstaltungen bereichert.


3. Arbeitswelt

In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Handwerksberufe ausgestorben, die auch in Erlingshofen das Dorfleben geprägt haben und nach wie vor die angewendeten Hausnamen prägen. Im Museum ist eine Sammlung einiger Werkzeuge und Gegenstände bereits vorhanden. Ziel ist es die gesammelten Werkzeuge zu dokumentieren sowie zu beschreiben, welche typischen Berufe es vor einigen Jahren noch gab und für welche Tätigkeiten die gesammelten Werkzeuge eingesetzt wurden.


4. Tourismus

Erlingshofen liegt idyllisch im Anlautertal. Durch die zentrale Lage am Anlauterradweg und Wallfahrtsweg, einer schöner barocken Wallfahrtskirche und vielen historischen Sehenswürdigkeiten ist der Ort ein reizvoller Ausflugsort. Seit 1992 ist Erlingshofen außerdem ein staatlich anerkannter Erholungsort. Um den Ort für Touristen interessanter zu machen sind folgende Maßnahmen sinnvoll:Ausbildung von Kirchenführern Die Kirche „Mariä Heimsuchung“ liegt auf einer Anhöhe und ist von weithin sichtbar. Nachts soll die Kirche von außen beleuchtet werden.Vor der Kirche und am Dorfplatz soll jeweils eine Informationstafel, auch mit geschichtlichen Daten und Fakten, aufgestellt werden.


5. Hausnummern

In Erlingshofen gibt es bis jetzt weder Straßennamen noch eine übersichtliche Hausnummerierung. Die bisherige Vergabe der Hausnummern ergab sich wohl aus der Reihenfolge der Hauserrichtung. Eine Landkarte aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigt deutlich, dass die damalige Nummerierung mit der heutigen weitestgehend übereinstimmt. Durch diese Vorgehensweise entwickelte sich ein Durcheinander, das es z. B. für Paketdienste, Lieferanten und Notfalldienste schwierig macht, auf Anhieb das gesuchte Haus zu finden. Es soll eine Bürgerbefragung herbeigeführt werden, ob in Zukunft Straßennamen verwendet werden sollen oder ob die bisherige Hausnummernvergabe beibehalten werden soll. Die Verwendung von Hausnamen ist in Erlingshofen noch üblich. Zur Erhaltung der alten Namen soll eine Tafel mit dem jeweiligen Hausnamen am Haus angebracht werden.


C) Geschichte

1. Denkmäler

Erlingshofen ist reich an Denkmälern. Um sich dessen auch bewusst zu werden, sollen alle vorhandenen Bau-, Boden-, Natur- und Kulturdenkmäler beschrieben und dokumentiert werden.


2. Hausgeschichte

Bei den Vorbereitungen zur Festschrift für das Feuerwehrfest im Jahr 2001 wurde die Idee geboren, die Geschichten der einzelnen Anwesen in Buchform zusammenzufassen. Es wurde auch ein Autor gefunden, der die verschieden Fakten sammelte. Bei der Durchführung des Projekts tauchten jedoch immer wieder Probleme auf. Im Zuge der Dorferneuerung sollte es möglich sein, das Projekt zu einem Abschluss bringen zu können.


3. Heimatgeschichte

Mit dem Heimatvereinsbuch, dem geplanten Kögler-Buch und den Büchern der Gemeinde Kinding sind bereits einige Ausgaben vorhanden, die sich mit der Geschichte Erlingshofens beschäftigen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, historische Gegebenheiten, auch aus der jüngeren Vergangenheit, zu sammeln und zu sichten. Die oftmals vorhandenen privaten Sammlungen sollen dabei nicht vergessen werden.


D) Soziales

1. Generationen

Dem Arbeitskreis erscheint die Einbindung der Senioren in die Dorfgemeinschaft sehr wichtig, um zum einen auch den älteren Menschen das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden und zum anderen, das Wissen dieser Generation nicht zu verlieren. Dies ist in Erlingshofen jedoch schwierig, da vorhandene Angebote, wie z. B. die Seniorenarbeit der Gemeinde, nicht genutzt werden. Vielleicht würde eine verstärkte kirchliche Seniorenarbeit zum Ziel führen.


2. Politische Rahmenbedingungen

Die Regulierungswut der verschiedenen politischen Ebenen führt zu einer immer stärker werdenden Behinderung der Eigeninitiative im Dorf. Die politischen Rahmenbedingungen sollten eigentlich zur Anregung dieser Eigeninitiative dienen.